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Kurze Besinunng in der Zeit des Coronavirus

Wir wollen hier allen Gemeindegliedern und Interessierten einen kleinen - möglichst wöchentlichen - geistlichen Impuls weitergeben. Er kann unseren sonntäglichen Gottesdienst zwar nicht ersetzen. Aber vielleicht können wir auf diese Weise ein Stück Gemeinschaft beibehalten - im gemeinsamen Nachsinnen und Nachdenken. Die hier veröffentlichten Texte werden auch als Kopien in der Kirche ausgelegt.

 

Geistliches Wort zum Sonntag Judika, 29. März 2020

 

Liebe Leserinnen und Leser!

 

Für dieses Wochenende will ich mit Ihnen und Euch einen Bibelvers aus der Apostelgeschichte teilen: Apg 16, 25. Er lautet: „Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und die Gefangenen hörten sie.“ Der Abschnitt, aus dem dieser Vers entnommen ist, trägt die Überschrift: „Paulus und Silas im Gefängnis“.

 

Hintergrund dieses Gefängnisaufenthalts war, dass Paulus und sein Mitarbeiter Silas in die römische Stadt Philippi kamen und dort Kontakt zu gläubigen Juden suchten. Hier nutzten sie die Chance, und erzählten von Gott. Und ihre Botschaft kam bei den Menschen an. Das sorgte für Aufruhr. Sie wurden vor die Stadtrichter geschleppt, verurteilt, geschlagen und schließlich ins Gefängnis geworfen.

 

Was sie dort tun, lässt mich aufhorchen. Sie lobten Gott! Wer hätte es den beiden verdenken können, dass sie erst einmal furchtbar frustriert waren und Gott ihr Leid klagten. Um seinetwillen saßen sie schließlich dort! Und jetzt ein Lob Gottes anstimmen? Das scheint paradox und fern jeder Wirklichkeit.

 

Mich selbst berührt dieser Text immer wieder. Während meines Vikariats vor einigen Jahren war er Predigttext und ich hatte mich mit ihm näher beschäftigt. Seitdem lässt er mich nicht mehr los. Wie kann das sein, dass Paulus und Silas in solch einer Situation Gott lobten? Hat Gott dieses Lob überhaupt verdient?

 

Zwei Dinge kommen mir dazu: Dieses Lob ist unmittelbarer Ausdruck ihres Glaubens. Indem sie Gott lobten, ließen sie Gott Gott sein. Sie gaben ihm die Ehre und nahmen sich und ihre schwierige Situation dabei erst einmal zurück. Egal, wie schlecht es ihnen gerade ging, sie vertrauten darauf, dass Gott da ist; und wenn er Gott ist, gebührt ihm Lob und Ehre.

 

Zum anderen fallen mir dazu Worte aus einem modernen christlichen Lied ein. Da heißt es: „Im Danken kommt Neues ins Leben hinein.“ Ändern wir das auf unseren Vers ab: „Im Loben kommt Neues ins Leben hinein.“ Ich bin mir sicher, dass mit der Hinwendung zu Gott auf Paulus und Silas etwas zurückfiel. Mit dem Lob Gottes wurde auch ihr Herz wieder froh. Neues  – neue Gedanken, neue Ideen kam in ihr Leben hinein.

 

Vielleicht kann dieser Vers uns Mut machen in dieser Zeit, da wir selber mehr oder weniger zu Hause festsitzen und diese Situation uns zuweilen Angst machen kann. Gott loben. Mit einem Liedvers, den ich singe oder laut spreche, einem Wort aus der Bibel oder einem stillen Gebet. Das verändert etwas. Und so wie die Gefangenen damals Paulus und Silas hörten, wird auch unser Lob ausstrahlen. Probieren Sie´s doch einfach einmal aus!

 

 

 

Ihre Pfarrerin Brigitte Müller

 

 

 Für die Zeit nach der Coronakrise:

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